Oft ist es für Folierer eine Herausforderung, Bereiche unter Fensterzierleisten zuzuschneiden, denn es ist sehr verlockend, an der falschen Stelle zu schneiden, was zu Problemen führen kann.
Deshalb zeigen wir Ihnen heute den genauen Ablauf. Sie lernen, überschüssiges Material an Fensterzierleisten von Fahrzeugen so abzuschneiden, dass Sie nicht zu hoch schneiden und die Autofolie über dem Gummi stehen lassen oder die Zierleiste beschädigen – falls Sie die Zierleiste nicht demontieren, da sie sich sehr leicht verbiegen kann.
Diese Technik ist nicht nur für fortgeschrittene Folierer, sondern auch für Profis wichtig, denn sie verhindert Probleme und verbessert die Qualität.
Zur Demonstration verwenden wir diesmal eine Farbwechsel-Autofolie. Bei der Vorbereitung bringen wir zunächst Abdeckband auf der Chromzierleiste an, um dort die Oberflächenenergie zu senken. Anschließend legen wir das Material direkt an den Fuß der Zierleiste. Heben Sie es an und stecken Sie es darunter. Normalerweise würden Folierer dieses Einsteck-und-Schneideverfahren zweimal durchführen. Beim Schneiden schneiden sie jedoch oft auf der falschen Seite.
Zur Veranschaulichung schneiden wir hier mit einer sehr scharfen Klinge in einem Winkel von 10 Grad, dem üblichen korrekten Winkel zur Oberfläche. Wir schneiden mit sehr leichtem Druck durch das Material. Das ist alles sauber ausgeführt. Das Problem ist jedoch, dass wir nun tatsächlich auf der Chromseite schneiden.
Dadurch schneiden wir in diesem Bereich etwas zu hoch. Auch wenn der Schnitt gerade und sauber ist, ist die Gefahr sehr hoch, die Zierleiste zu zerkratzen oder dass sich das Material löst, denn das Material überbrückt in diesem Fall die Karosserie bis zum Gummi. Das führt mit der Zeit zu Problemen, da die Oberflächenenergie des Gummis niedrig ist. Auf der Chromseite zu schneiden, ist daher keine Option.
Bevor wir zur richtigen Methode kommen, sehen wir uns ein Diagramm an. Es ist wichtig zu verstehen, was sich dort befindet, bevor wir folieren. Die Schichten sind wie folgt aufgebaut: die Zierleiste, darunter schwarzer Gummi und anschließend die Fahrzeugkarosserie. Wenn Sie dies klar vor Augen haben, erkennen Sie, warum ein Schnitt auf der Chromseite zu hoch ist. Achten Sie daher beim Einsteck-und-Schneideverfahren darauf, dass sich die Klingenspitze direkt am Fuß des Gummis befindet, und führen Sie dort den Schnitt aus.
So geht es richtig: Führen Sie bei der Vorbereitung denselben Ablauf durch, indem Sie das Material mit Abdeckband auf der Chromseite fixieren. Heben Sie das Material einmal an und stecken Sie es darunter. Heben Sie den Abschnitt anschließend noch einmal an, verwenden Sie eine Rakel als Einsteckwerkzeug und stecken Sie das Material mit sehr leichtem Druck ein. Nun sitzt das Material direkt im Gummi und ist fest fixiert.
Stellen Sie als Nächstes sicher, dass die Klinge weit genug heraussteht und scharf genug ist. Wir schneiden wieder in einem Winkel von 10 Grad. Denken Sie daran: Die Klingenspitze muss direkt am Fuß des Gummis liegen – nicht am Chrom! Dadurch läuft die Klinge sehr gleichmäßig, da das Material fest eingesteckt ist und die Klinge scharf genug ist. Sie können Ihren Mittelfinger auch entlang des Fußes mitführen, um beim Schneiden mehr Druck auszuüben.
Nach dem Schneiden können wir das überschüssige Material abziehen. Vergessen Sie jedoch nicht, anschließend noch einmal mit Ihrer Rakel nachzuarbeiten und alles zu versiegeln. In diesem Fall überbrückt das Material nicht mehr und berührt den Gummi nicht. Es ist mit 100 % vollständiger Abdeckung direkt am Fuß des Gummis eingesteckt. Kein Ablösen, keine Kratzer am Chrom und keine Beschädigung des Gummis.
Wenn wir diese Technik beherrschen, beschleunigt sie den Installationsprozess und spart uns viel Zeit. Noch wichtiger ist jedoch, dass sie uns vor kostspieligen Problemen und zahlreichen Schwierigkeiten bewahrt. So gewinnen wir gleichzeitig Effizienz, Haltbarkeit und höchste Qualität.