Gewölbte Fahrzeugteile können für viele Folierer eine Herausforderung darstellen. Heute nehmen wir einen Porsche-Spiegel als Beispiel und zeigen Ihnen, wie Sie ihn mit PPF mithilfe der Bulk-Methode folieren. Der Schlüssel liegt darin, das PPF spannungsfrei zu dehnen und präzise zu schneiden, damit gerade Kanten für ein professionelles Finish entstehen.
Bevor wir mit der eigentlichen Montage beginnen, schauen wir uns an, was wir für diese Methode benötigen. Um diesen Spiegel mit der Bulk-Methode zu folieren, brauchen wir folgende Werkzeuge:
Leichtes Universalmesser
Rakel
Filzrakel-Puffer
Klingen
Behälter für gebrauchte Klingen
Abdeckband
Heißluftpistole
Mikrofasertücher
Eine 80er-Stirnlampe
Beim Folieren eines gewölbten Spiegels im Bulk-Stil verwenden wir keine vorgeschnittenen Schablonenteile, die exakt bis zur Kante reichen. Da das Material in diesem Fall überschüssige Folie aufweist, müssen Folierer diese exakt an der Kante abschneiden, was anspruchsvoll sein kann.
Mit dieser Methode lässt sich jedoch ein perfektes Finish erzielen. Dafür benötigt der Folierer allerdings fortgeschrittene Schneidekenntnisse. Wenn Sie Anfänger oder Fortgeschrittener sind, empfehlen wir Ihnen daher, weiterhin mit vorgeschnittenen Teilen zu arbeiten.
Bevor Sie Material auf den Spiegel aufbringen, stellen Sie zunächst sicher, dass das Teil gründlich gereinigt, vorbereitet und entfettet wurde. Sie können das Fahrzeug als Abziehunterlage verwenden. Achten Sie darauf, dass kein Schmutz auf die Klebeseite gelangt.
Verwenden Sie bei der Montage eine Haftlösung statt einer Gleitlösung, insbesondere im gewölbten Bereich. Andernfalls ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sich Finger im Material bilden.
Legen Sie die Folie faltenfrei auf den Spiegel auf, fixieren Sie sie mit dem Rakel und erstellen Sie anschließend auf der Rückseite ein dauerhaftes Scharnier. So können Sie die Folie richtig abziehen.
Stellen Sie sicher, dass das Material gut positioniert und mit Haftlösung benetzt ist. Ziehen Sie es dann mit der Dreieckstechnik ab – achten Sie auf einen gleichmäßigen, sauberen Zug mit einer Spannungsverteilung von 50/50 von oben nach unten.
Sobald sich das Material von oben bis unten gleichmäßig anfühlt, können Sie die Folie in der Mitte mit Rakelstrichen fixieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie zuerst die Unter- oder Oberseite bearbeiten.
Achten Sie jedoch besonders auf die Unterseite, vor allem auf den Sockel. Sprühen Sie dort etwas mehr Lösung auf, ziehen Sie die Folie bis zur Rückseite und fixieren Sie sie sauber. Dann werden Sie erkennen, warum Haftlösung nötig ist: Das PPF legt sich genau dort an, wo Sie es haben möchten.
Bei der Rakelwahl empfehlen wir ein Modell mit zwei Seiten: einer harten und einer weicheren. Das ist besonders bei einem solchen Spiegel sinnvoll, denn manchmal benötigen Sie mehr Druck, während Sie in anderen Bereichen eine weichere Seite brauchen, die sich der Wölbung anpasst.
Sobald alles positioniert ist und bis zur Kante reicht, empfiehlt es sich, die montierte Oberfläche mit Dampf zu behandeln, um den Klebstoff zu erwärmen. Halten Sie daher einen Dampfreiniger bereit.
Wenn die Oberfläche abgekühlt und gleichmäßig ist, wischen Sie sie mit einem Mikrofasertuch ab, ohne zu viel Druck auszuüben.
Zuletzt geht es ans Schneiden. Bei der Bulk-Methode schneiden wir das Material direkt bis zur Kante ab – oder bei PPF knapp vor der Kante. Achten Sie darauf, dass der Schnitt zu 100 % gerade und sauber ist.
Es ist sehr hilfreich, das Abdeckband entlang der Kante anzubringen und die Klinge direkt am Band entlangzuführen. Andernfalls ist die Gefahr von Schnittfehlern sehr hoch.
Manche schneiden freihändig ohne Klebeband. Das Anbringen von Abdeckband dauert jedoch nur wenige Sekunden und verleiht Ihrem Finish zusätzliche Qualität. Solange Ihr Schnitt sauber ist, lässt sich die überschüssige Folie von dem gerade folierten Bereich sauber abziehen.