Beim Folieren müssen wir manchmal überschüssige Folie abschneiden. Heute sehen wir uns den Bereich um enge Fensterzierleisten an und zeigen Ihnen, wie Sie überschüssiges Material am besten entfernen.
Manche Fensterzierleisten sind etwas locker, sodass das Schneiden nicht schwierig ist. Bei bestimmten Zierleisten liegen diese jedoch sehr eng an der Karosserie an. Dadurch ist es nicht nur schwierig, zu schneiden, ohne den Gummi zu beschädigen, sondern auch, das Material eng und tief genug einzubringen, um das Fahrzeug beziehungsweise die Fahrzeugfarbe abzudecken, ohne es zu überdehnen.
Bevor wir etwas machen, gibt es daher einen hilfreichen Trick: Testen Sie zuerst den Gummi, um ein Gefühl dafür zu bekommen, und prüfen Sie, ob er etwas locker ist oder sehr eng an der Karosserie anliegt. Anschließend gehen wir auf zwei unterschiedliche Fälle ein. Der erste ist die Vorgehensweise, zu der die meisten Menschen verleitet werden, die aber meist nicht gut endet. Wir zeigen Ihnen, warum, und dann verstehen Sie auch, weshalb wir die zweite Methode empfehlen.
Verlockend, aber nicht machen
Für die meisten Menschen ist es sehr verlockend, das Material über die Zwischenräume zu spannen und mit einem Finger anzudrücken. So weit, so gut. Da dort außerdem ein winziger Spalt ist, würden manche eine Heißluftpistole oder einen Brenner verwenden, um die Folie vor dem Einbringen in den unteren Bereich zu erwärmen. Obwohl es wie ein kleiner Spalt aussieht, überdehnen Sie die Folie dadurch jedoch erheblich.
Zunächst sieht alles gut aus. Doch hinsichtlich der langfristigen Haltbarkeit und eines sauberen Schnitts werden Sie feststellen, dass es schwierig ist, direkt am Gummi eine gleichmäßige Spannung zu erzielen. Wenn Sie nach dem Schneiden die Folie wieder mit dem Rakel andrücken, bemerken Sie möglicherweise, dass das Material schrumpft, weil es überdehnt wurde. Die ursprüngliche Fahrzeugfarbe wird dann sichtbar, da die Folie etwas zurückspringt.
Diese Schrumpfung mindert die Qualität Ihrer Folierung. Noch schlimmer ist, dass sich die Folie ablöst, wenn Wasser eindringt, weil das Material nicht eng genug an der Zierleiste anliegt. Mit der Zeit verschlimmert sich das Problem.
Die richtige Vorgehensweise
Wie geht man also richtig vor? Die Vorbereitung ist tatsächlich dieselbe wie zuvor, aber statt das Material zu erwärmen und hineinzudrücken, schneiden Sie jetzt.
Machen Sie Ihre Klinge durch Ausfahren ausreichend scharf und führen Sie einen kurzen, flachen Schnitt aus. Denken Sie daran: Üben Sie keinen zusätzlichen Druck auf das Messer aus, sondern lassen Sie die Klinge für Sie schneiden. Halten Sie die Klingenspitze von der Karosserie und dem Gummi fern, indem Sie sie nach außen anwinkeln und beim Schneiden entlang der Chromzierleiste führen. So bleibt später genügend Material übrig, um es in den unteren Bereich des Gummis einzulegen.
An der Ecke schwenken Sie Ihr Messer herum und ziehen Sie es etwas flacher. Lassen Sie die Klinge hier parallel zur Seite verlaufen. Achten Sie während des gesamten Vorgangs darauf, nicht zu tief zu schneiden, damit Sie weder die Karosserie noch das Chrom beschädigen.
Sobald Sie diesen Schnitt fertiggestellt haben, wird alles einfach, denn durch diesen großen Entlastungsschnitt ist kaum noch Spannung oder Druck vorhanden. Der Schnitt muss nicht perfekt gerade sein, da das Material anschließend bis zum unteren Bereich des Gummis zugeschnitten wird.
Kommen Sie nun mit Ihrem Rakel zurück – beginnen Sie jedoch immer an der Ecke. Führen Sie die Folie von hier aus hindurch, damit keine Falten entstehen. Bei manchen engen Zierleisten reicht das Material bis zur Kante und lässt sich einlegen. Es gibt jedoch auch Fälle wie diese Zierleiste oben, bei denen sie zu eng ist, um das Material unter den Gummi zu legen. Dann müssen Sie den harten Teil Ihres Rakels optimal nutzen – drücken Sie jedoch nicht zu stark, da die Folie sonst reißen könnte.
Verwenden Sie anschließend zur Unterstützung einen Mikro-Rakel, der etwas schärfer und feiner als der normale Rakel ist. Er hilft Ihnen, das Material direkt an der engen Zierleiste anzulegen.