Viele Folierer kennen die Situation: Beim Folieren einer Türgriffmulde entstehen trotz korrekter Arbeitsschritte zahlreiche Klebelinien. Es gibt eine Technik, die hilft, diese Klebelinien in Türgriffmulden zu vermeiden und die Qualität Ihrer Arbeit zu verbessern. Darüber hinaus spart sie Montagezeit, insbesondere bei Farbwechseln.
Schauen wir uns zunächst genau an, was ohne diese Technik passiert, und zeigen Ihnen dann, wie Sie sie anwenden können, um diese Probleme zu vermeiden.
Bei der üblichen Folierung einer Türgriffmulde nehmen wir das Material und überbrücken den Bereich. Anschließend bereiten wir unseren Montagehandschuh vor und arbeiten die Fläche wie gewohnt aus.
In den letzten Jahren hat sich der Klebstoff der Materialien verändert. Bei dieser seit Langem angewendeten Standardtechnik arbeiten wir mit überlappenden Fingerbewegungen nach oben, drücken Material und Luft gleichmäßig heraus, und es entstehen keine Blasen. Durch die veränderte Klebstoffformulierung setzt sich die Folie beim Rakeln jedoch jedes Mal an der Kante fest. Mit anderen Worten: Sie ist nicht mehr so anpassungsfähig.
Beim Folieren eines Transporters, bei dem die Türgriffmulde an der Seite besonders steil ist, schneiden wir üblicherweise die Seite an der Griffnut ein, halten das Material hoch und arbeiten es aus. Wenn wir es jedoch auf diese Weise machen, werden Sie feststellen, dass bei jeder Pause eine Klebelinie entsteht.
Auch wenn sich dieser Bereich hinter dem Türgriff befindet, legen manche Kunden Wert darauf, insbesondere bei einem Farbwechsel. Bei einer Nahaufnahme sehen wir hier zahlreiche Linien, die bei einer schlechten Folierung wie eine mangelhafte Lackierung aussehen.
Das liegt nicht unbedingt daran, dass wir etwas falsch gemacht haben, sondern daran, dass der Klebstoff sich anders verhält. Sobald der Klebstoff einen Spannungspunkt erreicht, setzt er sich dort fest. Die Spuren der Streichbewegungen werden sichtbar. Das mindert die Qualität Ihrer Folierung. Wenn der Kunde besonders anspruchsvoll ist, müssen Sie die Arbeit wegen dieser Linien manchmal sogar wiederholen, was frustrierend ist.
Wir verwenden nun eine neue Technik, bei der wir alles mit beiden Daumen erledigen. Sie basiert auf der von professionellen Folierern entwickelten Handflächentechnik: Zuerst wird das Material in den vertieften Bereich gearbeitet, bevor der flache Bereich bearbeitet wird, um Klebelinien zu vermeiden. Dies ist besonders hilfreich bei Farbwechseln.
Bevor Sie diese Doppeldaumentechnik anwenden, müssen Sie das Material wie gewohnt vorbereiten – also gründlich reinigen. Nehmen Sie dann etwas Abdeckband und überbrücken Sie damit die Griffnut. Verwenden Sie gerade genug, um es zu fixieren, und stellen Sie sicher, dass die Luft darüber entweichen kann.
Sobald alles vorbereitet ist, bringen Sie das Material wie gewohnt an – legen Sie es auf und überbrücken Sie den Bereich genauso wie bisher. Danach folgt der Unterschied: Bereiten Sie die Heißluftpistole vor und erwärmen Sie das Material leicht.
Hier verwenden wir keinen Montagehandschuh. Befeuchten Sie stattdessen beide Daumen. So können Sie das Material mit einer einzigen Bewegung leicht aus dem vertieften Bereich herausarbeiten, ohne Blasen zu erzeugen.
Auf diese Weise entstehen garantiert keinerlei Klebelinien, weil wir direkt den vertieften Bereich bearbeiten – genau wie bei der Handflächentechnik: zuerst der vertiefte Bereich, zuletzt der flache Bereich. Bei der Türgriffmulde wird der flache Bereich jedoch ebenfalls mit dieser einen Bewegung erledigt. Das ist deutlich schneller als überlappende Bewegungen. Wenn alles gesetzt ist, heben Sie die Seite an und ziehen das Abdeckband heraus – und die Türgriffmulde ist sauber foliert.
Mit dieser Technik entstehen keine Klebelinien mehr, und sie verbessert die Qualität Ihrer Folierung, besonders bei Farbwechselarbeiten. Noch wichtiger ist jedoch, dass Sie und Ihre Kunden zufrieden bleiben.