Es wird Zeiten geben, in denen Sie – oder, wenn Sie Folierer sind, Ihr Kunde – ein Fahrzeug unbedingt folieren lassen möchten, dieses Fahrzeug jedoch mehrere beschädigte Stellen aufweist, an denen der Klarlack oder der Lack beschädigt ist oder sich sogar Rost befindet.
In unseren bisherigen Artikeln zur Vorbereitung vor der Installation haben wir stets erwähnt, wie wichtig eine gründliche Reinigung ist, insbesondere die Kontrolle jedes Zentimeters der Oberfläche, um sicherzustellen, dass Wachs, Öl und Schmutz entfernt wurden. Und nicht nur das: Auch Rost spielt eine große Rolle! Denn wenn sich Roststellen auf der Oberfläche befinden und Sie diese nicht entfernen, breiten sie sich unter der Folie aus und beeinträchtigen die Haftleistung des Folienklebers.
Wenn ein Fahrzeug jedoch bereits wie oben beschrieben beschädigt ist und jemand es unbedingt folieren lassen möchte, können Sie die Situation nicht vollständig beheben, auch wenn Sie dennoch versuchen können, die Installation bestmöglich abzuschließen.
Zunächst müssen Sie Ihrem Kunden die Situation erklären, zum Beispiel dass sich bei einem bereits beschädigten Fahrzeug beim Entfernen der Folie möglicherweise weitere Lackpartikel lösen können.
Außerdem müssen Sie Ihrem Kunden mitteilen, was Sie unternehmen müssen, um die Haftleistung der Folie zu gewährleisten. Nach Abschluss der Arbeit werden allerdings weiterhin Vertiefungen sichtbar sein.
Die Frage lautet also: Was müssen Sie tun, wenn ein zu folierendes Fahrzeug beschädigte Bereiche aufweist?
Zunächst müssen Sie überlegen, wie Sie sicherstellen können, dass die Folie auf dem beschädigten Bereich haftet, denn es können offene Stellen, Lackabplatzer und vereinzelte Roststellen vorhanden sein.
Bereiten Sie das Fahrzeug vor und stellen Sie zunächst sicher, dass es gründlich gereinigt ist. Nach der Reinigung haben Sie einen besseren Überblick über den Zustand des beschädigten Bereichs.
Anschließend können Sie mit einem Papiertuch versuchen, möglichst viel Rost zu entfernen. Bei Bereichen mit Lackabplatzern oder offenen Stellen sollten Sie diese anschleifen, um Kanten möglichst weit zu reduzieren.
Sie können auch einen kratzfreien Schwamm oder ein Pad verwenden, um die Stelle möglichst weit anzuschleifen oder abzupuffern, ohne den restlichen Karosseriebereich zu stark zu beschädigen. Schleifen Sie die Kante nur leicht an und bereiten Sie die Oberfläche vor.
Nun kommt ein weiteres Hilfsmittel zum Einsatz: ein Haftvermittler. Damit können Sie eine Linie entlang des beschädigten Bereichs auftragen. Der Haftvermittler unterstützt das Material dabei, auf diesen schwachen Stellen des Fahrzeugs zu haften.
Hierfür können Sie einen Applikator verwenden, wie er hauptsächlich für Drucker eingesetzt wird und den Sie schnell in einem Lackierfachgeschäft erhalten. Er hält den Haftvermittler lange und deutlich besser als ein Papiertuch. Sie können ihn einmal eintauchen. Achten Sie beim Auftragen auf den Bereich jedoch darauf, eine gleichmäßige Schicht Haftvermittler aufzutragen.
Es gibt keine absolute Garantie dafür, dass das Material damit zu 100 % sicher hält, aber es hilft erheblich. Zumindest lässt sich das Material aufbringen und hält deutlich besser als auf einer beschädigten und unbehandelten Oberfläche.
Nachdem Sie den Haftvermittler aufgetragen haben, lassen Sie ihn 5 bis 45 Minuten trocknen (Details entnehmen Sie bitte dem Produkthandbuch). Bringen Sie das Material nicht sofort auf dem noch feuchten Haftvermittler an, da dies möglicherweise den Kleber der Folie beschädigt.
Nach etwa 45 Minuten, wenn der Haftvermittler trocken ist, können Sie das Material aufbringen. Der entscheidende Punkt ist jedoch: Heben Sie die Folie beim Anbringen nicht wieder an, nachdem Sie den Bereich überzogen haben. Sie müssen sich dafür entscheiden. Denn wenn Sie sie anheben und Lack am Material haften bleibt, entstehen Kosten.
Nach Abschluss der Anwendung sollten Sie mit einem Kantenversiegelungsstift zurückkommen und dort eine hochwertige Versiegelung auftragen. Versuchen Sie einfach, den Bereich so sicher wie möglich zu versiegeln.
Das sind im Wesentlichen die Maßnahmen, die Sie bei einem Fahrzeug mit beschädigten Bereichen ergreifen können. Wenn Ihr Kunde Ihre Erklärung nicht akzeptieren kann und Sie die Situation wirklich nicht beheben können, sollten Sie ihm empfehlen, zunächst eine Werkstatt aufzusuchen und das Fahrzeug reparieren zu lassen.